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15. April 2021 

Du kennst sie bestimmt auch – diese Stimme in dir,

die manchmal leise, manchmal laut daher kommt, manchmal ist sie freundlich, manchmal ist sie einfach nur frech. 


Es sind Glaubenssätze. 

Sie können uns weiter bringen und hier und da richtig ausbremsen. Die guten kannst du getrost da lassen wo sie sind und immer wieder herholen, wenn sie dich weiterbringen. Heute geht es eher um die Sätze, die dich negativ beeinflussen, dich auf der Stelle treten lassen und dir schlimmstenfalls immer mehr Energie rauben.


Was ist ein Glaubenssatz?
Es ist ein Satz den wir glauben! – Ist er allerdings auch die Realität?
Stelle dir ein Theaterstück, oder einen Kinofilm vor. Es ist nicht die Realität, die dir vorgespielt wird. Es ist eine Geschichte, die kannst du für bare Münze halten, oder auch nicht. Genauso ist es mit deinen Glaubenssätzen.


Welche Art von Glaubenssätzen gibt es?
1. Es existieren Glaubenssätze, die wir unbewusst übernommen haben, weil z.B. unsere Großeltern, Lehrer, die große Schwester, Kollegen, Freunde, … sie gesagt haben. Dazu gehören Sätze wie:
– Im Leben bekommt man nichts geschenkt. (Da fällt mir auch direkt zu ein „wer ist eigentlich
man?“)
– Ordnung ist das halbe Leben.
– Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
– Liebe macht blind.
– Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.

Gerade der letzte Satz hat mich immer wieder begleitet. Ich kannte ihn bereits genauso aus meinem familiären Umfeld und hatte später jahrelang einen Kollegen, der daraus machte „Ein Auftrag ist erst ein Auftrag, wenn er bezahlt ist.“
Dies zeigt uns, dass uns die Glaubenssätze nicht immer 1:1 über den Weg laufen, jedoch bewirken sie das gleiche. Bei mir entstand so etwas wie Unsicherheit, nicht vertrauen, wenn ich ein „ja“ habe, noch dreimal nachschauen, ob tatsächlich alles so läuft, wie es ausgemacht war.


2. Die nächste Art der Glaubenssätze haben wir durch unsere eigenen Erfahrungen gewonnen, wie zum Beispiel:
– Die anderen können alles besser als ich.
– Ich brauche Sicherheit.
– Als Frau kann ich eh keine Karriere machen.
– Arbeit- und Privatleben darf ich nicht vermischen.
– Mit dem was Spaß macht lässt sich kein Geld verdienen.
Du ahnst vielleicht, dass ich den letzten Satz schon lange geändert habe. Nicht umsonst heißt meine Homepage ‚freudeamarbeiten‘.


3. Weiter geht es mit den Glaubenssätzen aus eigener Überzeugung, wie:
– Ich kann nicht strategisch handeln.
– Das hat noch nie funktioniert.
– Ich bin zu undiplomatisch.
– Das Pech verfolgt mich.
– Ich bin zu schüchtern.
Was kann der letzte Satz noch bedeuten, außer, dass du denkst es ist hinderlich zu schüchtern zu sein. Vielleicht beobachtest du auch erst einmal eine Situation bevor du vorprescht, um dann gezielt zu reagieren. –  Nicht so schlecht, oder?


4. Nun kommt eine Kategorie an Glaubenssätzen, die uns unter Druck setzen, durch „ich muss“, wie zum Beispiel:
– Ich muss eine gute Mutter sein, sonst reden die anderen schlecht über mich.
– Ich muss immer alles geben, sonst werde ich nicht anerkannt.
– Ich muss ein Vorbild für meinen Bruder sein, sonst lieben mich meine Eltern nicht.
– Ich muss diplomatisch sein, sonst bekomme ich Ärger.
– Ich muss alles selbst schaffen, sonst heißt es, dass ich nicht kompetent genug bin.
Als ich den letzten Satz bei mir entlarvt habe und ihn dahin gehend umgewandelt habe, dass ich Hilfe annehmen kann, wurde vor allen Dinge mein Berufsleben als selbständige Networkerin leichter und freudvoller. Mittlerweile habe ich einen Steuerberater, einen IT-Spezialisten und bin offen für all die Experten, die mir die Arbeit abnehmen, die mich daran hindert mein Business nach vorne zu bringen und schlimmstenfalls sogar schlechte Laune macht.


5. Mit der letzten Form der Glaubenssätze verbieten wir uns sogar Dinge, wie:
– Ich darf nicht so laut lachen, sonst fühlen sich die anderen gestört.
– Ich darf keine Gefühle zeigen, sonst werde ich nicht als ernstzunehmende Geschäftsfrau anerkannt.
– Ich darf nicht meine Erfolge feiern, sonst werden die anderen neidisch.
– Ich darf nicht mit den Fingern essen, weil es sich nicht gehört.
– Ich darf nicht NEIN sagen, sonst …
Bei all den Sätzen kannst du selbst schauen was dir als „sonst …“ einfällt.


Bestimmt fallen dir zu allen Kategorien weitere Glaubenssätze ein, die sich in dir manifestiert haben. Als ich damit begonnen habe meine Glaubenssätze aufzudecken, da kamen sie sehr langsam in mir hoch. Es gibt Zeiten da überhöre ich sie auch gerne. Und es gibt Tage, da ploppt einer nach dem anderen auf und manchmal zeigt sich ein ganz tiefsitzender, dem ich dann sehr intensiv begegne.
Was kannst du mit hinderlichen Glaubenssätzen machen?

Als allererstes sei gesagt, wir haben alle Glaubenssätze, die uns ausbremsen.

Ich fand es sehr erleichternd als meine Coachin es aussprach. Des Weiteren ist es wichtig, dass du einen negativen Glaubenssatz nicht in die Ecke stellst, über bügeln willst, nicht beachten magst, denn er wird sich so lange zeigen, bist du verstanden hast, dass er gesehen und angenommen werden möchte. In dem gestrigen gemeinsamen Zoom des hat Tosin A. David ein wunderbares Beispiel dazu gebracht.


Der Glaubenssatz um den es ging war „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“. Was aus solch einem Satz resultieren kann ist, dass sich die Menschen, die diesen Satz verinnerlicht haben, permanent überarbeiten und den Schmerz, wie Krankheiten, Einsamkeit, … ausblenden. Hier gilt es nun im ersten Schritt hinzuschauen, woher dieser Glaubenssatz ursprünglich kommt? Hat dein Papa ihn z.B. gesagt, wenn du als Kind hingefallen bist und deine Ellbogen aufgeschlagen waren? Sein Ziel war es vielleicht, dass du den Schmerz schnell vergisst und wieder fröhlich weiterspielst. Dass die Nachbarn sich nicht gestört fühlen, weil du so laut vor Schmerz weinst. Was auch immer. Du hast jedoch abgespeichert: „wenn es weh tut einfach weiter machen, es ist ja nicht so schlimm.“


Im zweiten Schritt kannst du dich bei diesem Glaubenssatz bedanken, denn er war dir vielleicht auch hier und da dienlich. Stelle dir Situationen vor wo du einfach weiter gemacht hast, über deine Grenzen gegangen bist, um ein Projekt fristgerecht zu Ende zu bringen und dafür einen Bonus erhalten hast. Ich habe noch vor wenigen Tagen genau solch eine Erfahrung gemacht. Mein Partnerunternehmen hatte ein Incentiv ausgeschrieben und mir fehlte noch etwas, um es zu erreichen. Also habe ich die verbleibenden 30 Stunden intensiv genutzt, mit dem Ergebnis, dass ich zwar erschöpft und zeitgleich eine Gewinnerin war. Das Glücksgefühl was dann in mir hochkam, hat mich den kurzfristigen Schmerz schnell vergessen lassen. Und eine Lehre habe ich auch daraus gezogen: „Beim nächsten Mal früher fokussieren und den „Berg“ step by step erklimmen.“


Im dritten Schritt geht es um das Re-Framing. Hierfür kannst du dir zwei Fragen à la Virginia Satir zur Hilfe nehmen:
a. Wer sagt das? Woher kommt dieser Satz?
b. Ist das gut, hilfreich für mich?
Um bei dem Beispiel mit dem Indianer zu bleiben:
Der Papa hat den Glaubenssatz gesagt, dann darf er ihn auch behalten. Diese Worte gehören zu ihm. Wofür der Satz auch hilfreich sein konnte, habe ich dir an meinem Beispiel mit dem Incentiv erklärt.


Wie könnte nun der neue Satz formuliert werden?

alt: Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
neu: Ich bin gut genug. Ich darf mich ausruhen und neue Kraft für mein Vorhaben tanken.


Weitere Beispiele:
alt: Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben.
neu: The sky is the limit. ODER Beyond the sky.
alt: Du lachst zu laut.
neu: Wenn ich lache, stecke ich alle mit meiner Freude an.
alt: Du bist zu dumm dafür.
neu: Ich habe Talente auf vielen Gebieten. Für Dinge, die mir nicht liegen nehme ich gerne Hilfe an.


Wir haben gestern mit den Teilnehmerinnen schon einige Glaubenssätze umformuliert und Tosin A. David hat uns darauf aufmerksam gemacht, weiterhin achtsam zu sein und uns immer wieder mit Selbstliebe zu begegnen, wenn sich uns einer dieser hinderlichen Glaubenssätze in den Weg stellt. Und gleichzeitig auch zu jubeln, wenn uns die positiven Glaubenssätze begegnen. Denn wo Schatten ist, ist auch Licht.
In diesem Sinne wünsche ich dir ein fröhliches Entdecken und Re-Framing!

Über die Autorin

Alexandra Bieder

Networkerin im grünen Business
Liebhaberin von nachhaltigem Konsum
Unterstützerin für 'Hilfe zur Selbsthilfe'

Mehr über Alexandra und ihre Arbeit findest Du unter: https://freudeamarbeiten.de/

Über die Referentin

Tosin A. David

Anstifterin zum Mut
Mentorin für Erfolgskonzepte
Autorin. Speakerin. Coach.

Mehr über Tosin und ihre Arbeit
findest Du hier